William Kentridge

22.3.–26.8.2018

O Sentimental Machine

Über die Ausstellung

2018 präsentiert die Liebieghaus Skulpturensammlung ein ebenso umfassendes wie ungewöhnliches Ausstellungsprojekt mit einem der international bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: Vom 22. März bis 26. August widmet das Frankfurter Museum William Kentridge (*1955) eine Einzelausstellung in 32 seiner musealen Räume. Der südafrikanische Künstler, der in vielen künstlerischen Disziplinen beheimatet ist, ist eingeladen, seine Werke in einen Dialog mit dem Bestand der 5.000 Jahre umfassenden Skulpturensammlung zu bringen. Zu sehen sind über 30 teils raumfüllende Arbeiten und Installationen, die das Spektrum von Kentridges Œuvre aufzeigen.

Im Fokus der für das Liebieghaus entwickelten Präsentation steht das grundlegende Interesse des Künstlers am Phänomen der Bewegung wie dessen materiell-mechanischer und optisch-illusionistischer Erzeugung. Dafür greift Kentridge auf Techniken zurück, die selbst einen weiten zeitlichen Bogen spannen: von automatischen Theatern, die schon in der Antike Konjunktur hatten, über Anamorphosen der Renaissance bis hin zu Vorläufern kinematographischer Apparate (Phenakistiskope, Zoetrope) des 19. Jahrhunderts. Das 19. Jahrhundert bildet einen zweiten Schwerpunkt der Ausstellung, an dem sich Fragen nach einer menschenfeindlichen Definition von Zeit und Arbeit in der Phase der Industrialisierung entwickeln lassen, die das politische Werk von William Kentridge von Beginn an durchdringen.
In besonderer Weise stellt die Ausstellung „O Sentimental Machine“ das Œuvre von Kentridge ebenso in den Zusammenhang einer ‚großen‘ Geschichte der Bildhauerei wie in eine intensive Beziehung zur Opulenz des Historismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Erstmals werden die Arbeiten von William Kentridge im Liebieghaus auf einer Bühne gezeigt, die mit den konzeptuellen, narrativen und ästhetischen Intentionen des Künstlers eine derart enge und fruchtbare Verbindung eingeht.

Abbildung: William Kentridge, Foto: Städel Museum