Altar der Himmelfahrt Mariae „Madonna della Cintola“
Andrea della Robbia

Florenz
um 1500

Glasierte Terrakotta
Höhe 282 cm

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Anlässlich der Eröffnung des Liebieghauses als Skulpturensammlung am 14. Oktober 1909 wurden dem Museum zwei Werke von Frankfurter Bürgern als Geschenk überreicht: die Frankfurter Athena, eine bedeutende antike Statue, und der Marienaltar Andrea della Robbias. Die Darstellung verbindet die Himmelfahrt Mariae mit der Spende ihres Gürtels an den Apostel Thomas. Dieser Jünger, der schon die Auferstehung Christi angezweifelt hatte, stellte auch die leibliche Himmelfahrt Mariae in Frage. Der Legende nach überreichte ihm die Muttergottes in einer himmlischen Erscheinung ihren Gürtel. Kreuzfahrerberichten zufolge gelangte der Gürtel im Jahr 1365 nach Italien. Er wird seitdem im Dom von Prato als Reliquie verehrt.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hatte sich der Florentiner Bildhauer Luca della Robbia (1399/1400–1482) auf die Herstellung von glasierten Terrakottaplastiken, sogenannten Majolikaplastiken, spezialisiert. Die Werkstatt war außerordentlich erfolgreich. Die vor allem in den Farben Blau und Weiß glasierten Terrakotten – Altäre, Reliefs, Architekturelemente, Vasen und Spiegel – sind in der ganzen Toskana verbreitet.

Im Jahr 1470 übernahm Andrea, Neffe Lucas, die Werkstatt. Unter seiner Leitung expandierte die Produktion. Durch den billigen Werkstoff Ton und durch die Arbeit mit Modeln war es möglich, relativ große Stückzahlen gleicher oder ähnlicher Formen zu produzieren. Dies gilt auch für den Altar mit der Gürtelspende, den es in weiteren, leicht veränderten Ausführungen in einer italienischen Kirche in La Verna und im Victoria and Albert Museum in London gibt.

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