Modell eines Mariae-Himmelfahrt-Altars
Franz Stadler

Pfarrkirchen im Mühlkreis
1735

Laubholz, Nadelholz, originale Vergoldung, Bemalung und Marmorierung
Höhe 130 cm

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Das Altarmodell des Liebieghauses vermittelt eine Vorstellung von dem im 18. Jahrhundert gebräuchlichsten Altartypus. Auf gekurvtem Grundriss wird die Bildarkade der Hauptzone von Säulen flankiert. Das untere Geschoss mit dem Altar bedeutet den irdischen Bereich, in dem das Messopfer gefeiert wird. Der mittleren Bildarkade blieb die Demonstration des Glaubens, oft durch ein mariologisches Thema, vorbehalten. Im Altarmodell des Liebieghauses wird hier die Himmelfahrt Mariae gezeigt.

Der Hochaltar, den das Modell vorbereitet, steht in der Kirche Mariae Himmelfahrt der Gemeinde Pfarrkirchen im oberösterreichischen Mühlviertel. Er entspricht in der Anlage der Architektur, der Schmuckformen wie in der Auswahl der Heiligen, ihren Körperhaltungen und Bekleidungen grundsätzlich dem Frankfurter Entwurf. Durch Unterlagen im Pfarrarchiv sind Hochaltar und Modell dem Bildhauer Franz Stadler sicher zugeschrieben. Das Frankfurter Altarmodell diente allerdings nicht nur als Entwurf, sondern wurde als Privataltar weiterverwendet, wie Wachsreste in Kerzenhaltern belegen. Man weiß jedoch nicht, in welcher Kirche oder Kapelle es als Hausaltar genutzt wurde.

Zahlreiche Altäre in Kirchen im österreichischen Mühlviertel, im Innviertel und in Niederbayern wurden in der Zeit zwischen 1731 und 1766 von Stadler ausgeführt. Damit ist ein sich über 30 Jahre erstreckendes Œuvre des Bildhauers überliefert. Dennoch ist kaum etwas über den Künstler bekannt. In einem Brief von 1735, der die Bezahlung des Pfarrkirchener Altars zum Thema hatte, nannte er sich „Bürgers Bildthauer zu Neufeldten“, einem Ort bei Pfarrkirchen.