Reiterstatuette von Erzherzog Maximilian III. (1588–1618)
Gerhard Hubert

Innsbruck
zwischen 1599 und 1602

Bronze
Höhe 49 cm

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Die kleine Bronze zeigt Erzherzog Maximilian III., Bruder Kaiser Rudolfs II., Oberhaupt des Deutschen Ordens und Statthalter von Tirol, in zeitgenössischer Rüstung. Er reitet auf jenem Pferd, das ihn – einem Bericht von 1610 zufolge – „auß ainer grossen not getragen hat“. Gemeint ist damit wahrscheinlich die Rettung des Herzogs aus der Schlacht um Erlau (Eger) im Oktober 1596. Derselbe Bericht nennt als Bildhauer der Skulptur Hubert Gerhard. Ob Gerhard nur dieses eine Exemplar der Reiterdarstellung schuf, ist nicht bekannt. Sollte dies der Fall sein, könnte sich eine Erwähnung im Nachlassinventar Maximilians III. darauf beziehen: Eine Reiterstatuette des Erzherzogs stand als Bekrönung auf einem Kabinettschrank und diente als „Saalmonument“.

Im Mittelalter entstanden, mit Ausnahme von Heiligendarstellungen wie dem Bamberger Reiter, monumentale Reiterstandbilder nur als Grabdenkmäler. Erst später errichteten die Medici Reiterstandbilder von lebenden Fürsten und betonten damit ihre Herrscherwürde. Kleine Reiterdenkmäler konnten diesen Anspruch ebenfalls verkörpern. Derartige Reiterstatuetten aus der Werkstatt Giambolognas (1529–1608) stellen beispielsweise Kaiser Rudolf II. und König Henri IV. dar. Gerhard orientierte sich mit seiner Statuette an solchen Werken. Im Jahr 1581 lebte er, einer zeitgenössischen Quelle zufolge, in Florenz. Hier arbeitete er vermutlich in der Werkstatt Bolognas. Bereits im selben Jahr beschäftigten ihn die Fugger mit mehreren Aufträgen, wozu der berühmte Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz in Augsburg gehört. Er ist das erste Beispiel des Florentiner Brunnentypus im 16. Jahrhundert in Deutschland.