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Kruzifix, Nürnberg, zwischen 1600 und 1650


Schlagwörter

Währungssymbol   Christus   Trauer   Figur   Barock   Rokoko   Nürnberg   religiöses Motiv   Buchsbaum   Tod   Veit Stoß   Kreuzigung

Kruzifix

Nürnberg, zwischen 1600 und 1650

Buchsbaum mit transparentem Überzug
Inv. Nr. St.P. 611

36.8 cm

Der tote Christus war im sogenannten Dreinageltypus und mit hoch gestreckten, nur leicht seitlich ausgestellten Armen an das Kreuz geheftet. Aus dem ursprünglichen Zusammenhang des Kruzifix ist nicht das Kreuz, aber ein Totenschädel mit Knochen erhalten. Muskeln, Rippenbogen und die durch die Haut scheinenden Adern des Körpers sind weich modelliert. Arme und Beine, auch die Füße und die verkrampften Hände zeigen gedrungene, kräftige Formen. Der zur rechten Seite auf die Brust herabgesunkene Kopf ist von gelockten Haaren gerahmt. Insbesondere der geöffnete Mund, in dem Zähne und Zunge zu sehen sind, drückt die erlittenen Qualen aus, unterstützt von gerunzelten Brauen und tiefen Stirnfalten unter der filigran gestalteten Dornenkrone.
Der Kopftypus und die Gestaltung der Haare, die Längung des Rumpfes und die gerade gestreckten Beine weisen zurück auf Kruzifixe des in Nürnberg und Krakau tätigen Veit Stoß (um 1450–1533). Sie wurden zwischen 1600 und 1650 häufig als Vorbild für den Gekreuzigten gewählt. Das Kruzifix verbindet die Rezeption gotischer Motive mit frühbarocken Formen, wie der weicheren Behandlung der Haut, den gedrungenen Proportionen und der kräftigen Muskulatur. Es wird in die 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts zu datieren sein und entstand in Süddeutschland, wahrscheinlich in Nürnberg.
Auf der Rückseite findet sich das Monogramm G.S. Es könnte auf den Nürnberger Georg Schweigger (1613–1690) zutreffen. Allerdings lässt sich das Kruzifix mit den Kreuzigungsdarstellungen Schweiggers nicht vergleichen. Das Monogramm kann somit noch nicht zweifelsfrei aufgelöst werden.

12345  Bewertung: (4.00)

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