Meister der Pilsener Kreuzigungsgruppe (tätig zw.1430 und 1460 in Nürnberg und Pilsen - )

Trauernder Evangelist Johannes

Meister der Pilsener Kreuzigungsgruppe, Trauernder Evangelist Johannes, Nürnberg, um 1440
Meister der Pilsener Kreuzigungsgruppe, Trauernder Evangelist Johannes, Nürnberg, um 1440

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Meister der Pilsener Kreuzigungsgruppe

tätig zw.1430 und 1460 in Nürnberg und Pilsen -

Der unbekannte Schnitzer ist einer der qualitätvollsten Vertreter jener Generation, die um 1430 mit einem frischeren Blick auf die Wirklichkeit und mit neuen formalen Lösungsvorschlägen die routiniert angewandten Muster des Schönen Stils zu erneuern begann. Statt auf radikalen Bruch setzte der Schnitzer jedoch auf vorsichtige Weiterbildung der Tradition. Dabei legte er großen Wert auf Gefühl und Ausdruck, entwickelte ein geradezu elegisches Pathos. Namentlich fassbar ist dieser Meister nicht. Doch lässt er sich in Nürnberg verorten. Dort selbst (St. Egidien, St. Rochus) wie im fränkischen Umland (Langenzenn, Fürth-Poppenreuth, Bamberg) hat er ein kleines Œuvre hinterlassen, in dessen Chronologie die Johannesfigur im Liebieghaus ganz an den Anfang zu setzen ist.
Sein Notname leitet sich von den überlebensgroßen Bildwerken der um 1450 entstandenen Triumphkreuzgruppe in der Bartholomäuskirche im böhmischen Pilsen ab, einem frühen Beispiel Nürnberger Exportproduktion. In die westböhmische Bischofsstadt dürfte der Bildschnitzer nach 1450 seine Tätigkeit verlagert haben. Denn nur dort, nicht aber in der Nürnberger Region lassen sich spätere Werke nachweisen. Wichtigste Arbeit neben der Gruppe in Pilsen ist eine kleine Kreuzigungsgruppe in der ev. Pfarrkirche in Fürth-Poppenreuth, die zum Qualitätvollsten jener Jahre überhaupt zu rechnen ist. Nur drei Museen besitzen Werke dieses Meisters: das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg (Hl. Bischof), das Ulmer Museum (Hl. Jakobus) und das Liebieghaus (Trauernder Evangelist Johannes).

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Pilsen   Kreuzigung

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