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Willem Danielsz van Tetrode, Zwei Tücher haltende Putten, Delft oder Köln, zwischen 1567 und 1575


Schlagwörter

Manierismus   Marmor   Renaissance   Willem Danielsz van Tetrode

Willem Danielsz. van Tetrode

Tücher haltender Putto

Delft oder Köln, zwischen 1567 und1575

Marmor
Inv. Nr. Permanent loan from the Adolf-und-Luisa- Haeuser-Stiftung

79 cm

Die beiden Marmorreliefs bilden vor skizzenhaft belassenem Hintergrund zwei sorgfältig ausgeführte, Tücher haltende Putten ab. Ihre großen Köpfe mit gelocktem Haar zeigen kleine Gesichter mit Stupsnasen, weich geschwungene Münder, volle Wangen und große, mandelförmige Augen unter der hohen Stirn. Die Körper sind jeweils charakterisiert durch einen prallen Bauch, mächtige Oberschenkel, unverhältnismäßig kurze, aber dicke Unterschenkel sowie – im Vergleich zu den Gliedmaßen – zu kleine Füßchen und Flügelchen. Die Modellierung bildet kraftstrotzende, monumental erscheinende Körper.
Die Putten werden dem Niederländer Willem Danielsz van Tetrode zugeschrieben. Der in Delft geborene Bildhauer reiste 1545 nach Italien und erreichte Anfang der 1560er Jahre Florenz, wo er im Dienst Cosimos I. de’ Medici stand. Dort lernte er sicherlich seinen Landsmann Giovanni Bologna (1529–1608) kennen. Tetrode verließ Florenz allerdings bereits 1567, also noch bevor Bologna seine bahnbrechenden Werke schuf, die den europäischen Manierismus prägen sollten. Tetrode zeigt eine andere Spielart des Manierismus: nicht spiralig sich drehende, langgliedrige Figuren, sondern im Gegenteil pralle, gedrungene Körper, deren Gliedmaßen eher aufgebläht als lebendig wirken.
In die Niederlande zurückgekehrt, führte Tetrode als erster die Kunstgattung der für Sammler geschaffenen Kleinbronzen ein. Von seinen großformatigen Werken, meist aus Marmor gefertigt, hat sich durch die Bilderstürme kaum etwas erhalten. Den Frankfurter Putten kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

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