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Johann Michael Düchert, Kruzifix, 1756


Johann Michael Düchert, Kruzifix (Detail Corpus), 1756,
Johann Michael Düchert, Kruzifix (Detail Fuß),
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Schlagwörter

Ignaz Günther   Rokoko   Tod   Kreuz   Johann Paul Egell   Leid   Schmerz   Barock   Kreuzigung   Elfenbein

Kruzifix

1756

Elfenbein
Inv. Nr. St. P.612

26 cm

Das Kruzifix ist an ein später zugefügtes, schwarz lackiertes Kreuz genagelt, an dem eine elfenbeinerne Tafel mit der Inschrift „I.N.R.J.“ befestigt ist und das in einem silbernen Standfuß des 18. Jahrhunderts montiert ist, der wohl ehemals zu einem Kerzenständer gehörte. Der hoch gewölbte, vorstehende Rippenbogen, sich deutlich abzeichnende Rippen, ein stark eingezogener Bauch und stark vortretende Muskeln insbesondere an den Armen und den Unterschenkeln drücken den Schmerz des Gemarterten aus. Gleichzeitig verleihen die überaus gelängten und schmalen Proportionen dem Körper eine nahezu schwerelose Eleganz. Der Kopf ist mit geschlossenen Augen und gequält geöffnetem Mund, in dem die Zunge zu sehen ist, zur Seite geneigt.

Die Proportionen, der Kopftypus, die Oberflächenmodellierung und die kantigen Falten des Lendentuchs verdeutlichen die Bezüge zu Werken des aus Mannheim gebürtigen und hier tätigen Bildhauers Johann Paul Egell (1691–1752), wie beispielsweise zu seiner im Liebieghaus befindlichen „Beweinung Christi“. Die weichere Modellierung der extrem langgezogenen Körperglieder zeigt jedoch, dass nicht Egell das Elfenbeinkruzifix schuf. Auch schmiegt sich das Lendentuch trotz der spröden Falten, die jedoch nicht die kristalline Härte der Egellschen Gewänder aufweisen, eher an den Körper an. Es wird dem Bildhauer Johann Michael Düchert zugeschrieben, der es 1756 für die Mannheimer Jesuitenkirche schuf. Vermutlich Schüler oder Mitarbeiter von Egell, erhielt Düchert 1759 in Heidelberg die Stelle des Universitätszeichenmeisters, 1762 wurde er zum dortigen Werkmeister der „Geistlichen Administration“ berufen.

Weitere Schüler Egells sind gleichfalls im Liebieghaus durch wichtige Werke vertreten. Dabei handelt es sich vor allem um Ignaz Günther (1725–1775) und Johann Friedrich Blasius Ziesenis (1715–1785), aber auch um den jungen Johann Peter Wagner (1730–1809).

12345  Bewertung: (4.00)

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