Vinzenz Brinkmann im Porträt

Blickt Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann auf antike Skulpturen, sieht er vor allem eins: Bunte Götter in leuchtenden Farben. Da die ursprüngliche Farbigkeit im besten Fall jedoch höchstens noch in Spuren auf Figuren und Architekturelementen vorhanden ist, macht der Leiter der Abteilung Antike und Asien sich mit Leidenschaft daran, diese Reste genau zu untersuchen und die farbige Gestaltung zu rekonstruieren.

Wie kam Ihre Begeisterung für den Forschungsschwerpunkt Polychromie zustande?
Das war eher ein Zufall: Während eines Studienjahres an der Athener Universität fielen mir die vielen noch erhaltenen Spuren der Farbfassung der antiken Marmorskulpturen auf. Diese Spuren habe ich dann – fast obsessiv – gesammelt, indem ich sie als Student fotografiert habe.

Welchen Fund würden Sie am liebsten einmal ausgraben?
Eine antike Marmorskulptur mit gut erhaltener Farbigkeit.

In welche entlegenen Regionen der Welt führt Sie Ihre Arbeit für das Liebieghaus?
Meine Arbeit führt mich nicht wirklich in entlegene Länder – manchmal jedoch in Krisenregionen, wie zum Beispiel nach Nordafrika und in den Vorderen Orient. Sehr gerne arbeite ich in Griechenland und Italien.

Zur Person

Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann studierte Klassische Archäologie in München und Athen und wurde mit der Arbeit „Beobachtungen zum formalen Aufbau und zum Sinngehalt der Friese des Siphnierschatzhauses“ promoviert. Zunächst war er als Hochschulassistent an der Universität Bochum tätig und arbeitete anschließend als Konservator an den Staatlichen Antikensammlungen und der Glyptothek in München. 2001 erfolgte die Habilitation in Bochum. Er lehrt (seit 2008 als apl. Professor) an der Ruhr-Universität Bochum und seit der Umhabilitierung (2010) auch an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit 2007 leitet Vinzenz Brinkmann die Abteilungen Antike und Asien der Liebieghaus Skulpturensammlung.

Forschungsschwerpunkt

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Farben der Antike sowie antike Mythen. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten zur antiken Polychromie wurden in der Wanderausstellung „Bunte Götter – Die Farbigkeit antiker Skulptur“ bereits an vielen Orten weltweit gezeigt.

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