5.000 Jahre Kulturgeschichte in einem Raum

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Sonderführungen im Schaudepot

Die Vielfalt des Liebieghauses auf einem Blick: Im Schaudepot treffen Kunstwerke unterschiedlichster Epochen in einem spannenden Mix aufeinander. Im Rahmen der Führung werden exklusiv die Türen des Schaudepots geöffnet.

An jedem ersten Sonntag im Monat ist das Schaudepot für Sie geöffnet und im Rahmen unserer Sonntagsführung zeigen Ihnen unsere Kunstvermittler unterschiedliche Facetten der ausgestellten Werke.

Da die Neupräsentation der Sammlungen im Liebieghaus eine Reduzierung der ausgestellten Objekte in den Galerietrakten und der Villa zugunsten einer optimierten Präsentation bedingte, wurde im Zuge der zweiten Bauphase bis April 2009 ein für die Besucher zugängliches Schaudepot im Untergeschoss eingerichtet. Darüber hinaus werden hier Werke in unterschiedlichsten Formaten und Materialien aus allen Sammlungsbereichen ausgestellt, die bislang nur selten oder lange Zeit gar nicht zu sehen waren.

Die Architektur des Schaudepots, die ebenfalls von den für die Neugestaltung des Museums verantwortlichen Architekten Kuehn Malvezzi in Zusammenarbeit mit den Kuratoren des Liebieghauses entwickelt wurde, schreibt die Linie der Sammlungssäle ästhetisch fort. Da das Schaudepot funktional eine Zwischenstellung zwischen Sammlungssälen und Magazin erfordert, wurde die Gestaltung den Anforderungen angepasst: statt Einzelsockeln gibt es umlaufende Sockelbänke, die Beleuchtung erfolgt durch Oberlichter. Die Objekte sind primär nach Größen, Materialien und konservatorischen Aspekten geordnet. Erst an zweiter Stelle stehen zeitliche oder geografische Kriterien. Die sich daraus ergebenden Objektzusammenstellungen voll überraschender Beziehungen und neuer Vergleichsmöglichkeiten schaffen interessante Einsichten.

So befinden sich beispielsweise in unmittelbarer Nachbarschaft ägyptischer Mumienmasken antike und mittelalterliche Köpfe. Weibliche Statuetten aller Epochen stehen aufgereiht in einer Vitrine. Ein ägyptischer Sargdeckel und der daneben platzierte spätgotische hl. Georg im Kampf mit dem Drachen ermöglichen den Vergleich interessanter Werkspuren. Detailreiche spätgotische Reliefs des Meisters IP und Hans Leinbergers hängen bei einem fein geschnitzten Stilllebenrelief von Aubert Joseph Parent aus dem Jahr 1792. Eine großfor¬matige Bologneser Beweinungsgruppe aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts begegnet einem 300 Jahre älteren thronenden Bischof aus Bayern. Ebenfalls vom Anfang des 15. Jahrhunderts stammt ein venezianischer Engel, der von einer vorchristlichen, hellenistischen Muse und einer allegorischen Frauenfigur Hans Krumpers aus der Zeit um 1600 flankiert wird. Eine schwäbische Schnitzgruppe aus dem frühen 16. Jahrhundert, die die Flucht von Maria, Josef und dem Christuskind mit Ochs und Esel nach Ägypten zeigt, steht neben dem Kopfteil eines ägyptischen Sarges.

Mit dem Schaudepot ermöglicht das Liebieghaus nicht nur einen ungewohnten und spannenden Einblick in die normalerweise verborgenen Bestände seiner Magazine. Es bedeutet außerdem eine wichtige Bereicherung und Ergänzung der Schausammlung und zugleich die konzeptuelle Abrundung und Vervollständigung des neuen Liebieghauses.

Sammlungsleiter: Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann, Dr. Maraike Bückling, Dr. Stefan Roller (Projektleitung)

Medienpartner
Frankfurter Rundschau
Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

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