Medeas Liebe

5.10.2018–10.2.2019

und die Jagd nach dem Goldenen Vlies

Über die Ausstellung

2018 wird die Republik Georgien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein. Zu diesem Anlass wird die Liebieghaus Skulpturensammlung bedeutende Leihgaben aus dem Georgischen Nationalmuseum präsentieren. Die Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ wird einen großartigen Mythos der alten Welt erzählen: Es ist die Geschichte des griechischen Prinzen Jason, der zusammen mit berühmten griechischen Helden ein übermenschliches Abenteuer zu bestehen hat. Eine gefährliche Schiffsexpedition (Fahrt der Argonauten) führt die Helden in das Land Kolchis. Hier sollen sie das Goldene Vlies erobern und nach Griechenland zurückbringen. Diese eigentlich unerfüllbare Aufgabe – ein Drache bewacht das Vlies – wird erst durch eine große Liebe lösbar: Medea, Tochter des Königs von Kolchis und talentierte Zauberin, verliebt sich in Jason und ermöglicht den Raub des Goldenen Vlieses.

Die Ausstellung im Liebieghaus wird vom gesamten Mythos berichten und diesen mithilfe antiker Bilder, die sich auf griechischen und etruskischen Vasen, in römischer Wandmalerei, vor allem jedoch in der griechischen und römischen Skulptur erhalten haben, in lebendiger Form nacherzählen. Im Rahmen der Schau werden auch berühmte und herausragende Bronze- und Goldobjekte des Georgischen Nationalmuseums präsentiert. Die Gestaltung der bronzezeitlichen Waffen, Gefäße und goldenen Schmuckobjekte ist von außergewöhnlicher Schönheit und besonderer Kraft.
Es ist wenig verwunderlich, dass Georgien im Mythos mit seinen legendären Goldfunden in Verbindung gebracht wird, gilt doch die Entdeckung einer der ältesten Goldminen und Stätten der Verarbeitung des Goldes in Sakdrissi als spektakuläre Leistung der aktuellen archäologischen Forschung im Land. Die neuen Funde beweisen die überragende Bedeutung der Goldgewinnung für die Kultur des frühen Georgiens und belegen ein weiteres Mal seinen frühen Goldreichtum, der sich in der Sage vom Goldenen Vlies niederschlägt.
Darüber hinaus greift „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ die neuesten Forschungen zu griechischen Mythenbildern, insbesondere zur Argonauten-Sage selbst auf. Seit ihrer Auffindung 1885 ist die Deutung der berühmten Bronzen vom Quirinal, des sogenannten Boxers und des sogenannten Thermenherrschers, umstritten. Untersuchungen im Kontext der vom Liebieghaus betriebenen Polychromieforschung haben Erkenntnisse zur formalen und erzählerischen Gestaltung der beiden Bronzen erbracht. Durch die Bestätigung der Deutung als Darstellung eines der zentralen Abenteuer der Argonauten-Sage rückt die Gruppe in den Fokus des Ausstellungsprojektes, für das ein Nachguss realisiert wird.

Abbildung: Campanarelief: Bau der Argo (Detail) , Römisch, Porta Latina, 1. Jh. (?), Foto: © The Trustees of the British Museum