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Andrea Brustolon, Opfer Abrahams, Venedig, zwischen 1700 und 1710


Schlagwörter

Dramatik   Opferung Isaaks   Opfer   Angst   Jakob   Haare   Faltenwurf   Venedig   Demut   Widder   Buchsbaum   Messer   Abraham   Grausamkeit

Andrea Brustolon

Opfer Abrahams

Venedig, zwischen 1700 und 1710

Buchsbaumholz
Inv. Nr. 1468

43.8 cm

Jakob, Sohn Isaaks und Bruder Esaus, kämpfte am Ufer des Jabbok eine Nacht hindurch mit einem Engel. Der unentschiedene Kampf endete, nachdem Jakob gefordert hatte: »Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.« Der Bibeltext spricht vom Kampf mit einem Mann, der in der bildenden Kunst stets als Engel dargestellt wird. Kräftige Körper, ausdrucksstarke Bewegungen, wehende Haare, wild wirbelnde Gewänder ebenso wie die weit ausgespannten Flügel des Engels zeigen die Dramatik und Dynamik des Kampfes und verleiten zum Betrachten von allen Seiten. Jakob ist etwas schwächer als sein himmlisches Gegenüber: Bei dem Menschen treten in der Anstrengung des Ringens deutlich Muskelpakete vor, während der Engel eine glatte, weich modellierte Körperoberfläche zeigt. Jakob wird zudem vom Engel so bedrängt, dass er mit einem Fuß über den Sockel hinaus tritt. Nur auf einer kleinen, eigens angefügten Platte kann er sich halten. Ebenso theatralisch und rundplastisch gestaltete der Künstler die als Pendant dienende Gruppe »Opfer Abrahams«. Sie zeigt Abraham in dem Moment, in dem er mit dem Messer ausholt, um seinen Sohn Isaak zu töten. Dieser kniet gefesselt neben seinem Vater und wartet auf den tödlichen Stich. Hinter der Gruppe ruht der Widder, der anstelle des Sohns geopfert wird.

Die Werke werden dem italienischen Barockbildhauer Andrea Brustolon zugeschrieben, der lange Jahre in Venedig arbeitete. Seine Bekanntheit beruht auf kompliziert aufgebauten Möbeln und Figuren, deren überschäumende Fülle an detailliert geschilderten Figuren und Ornamenten auffällt. Auch die meisterlich gearbeiteten Werke im Liebieghaus werden ursprünglich zur Ausstattung eines Zimmers gedient haben.

12345  Bewertung: (4.00)

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