2012

Historischer Besucherrekord

Im 104. Jahr ihrer Geschichte kann die Liebieghaus Skulpturensammlung mit 153.737 Besuchern ihr bestes Besucherergebnis bis dato verzeichnen. Damit setzt das Liebieghaus seine in den letzten Jahren stetig wachsende Besucherresonanz fort. Dazu beigetragen haben 2012 vor allem zwei stark beachtete Sonderausstellungen, die unterschiedlicher kaum sein konnten: Während die erste monografische Ausstellung zu Niclaus Gerhaert, einem der wichtigsten und einflussreichsten Künstler der Spätgotik, zu Beginn des Jahres viele interessierte Besucher überzeugte (Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters, 27. Oktober 2011 bis 04. März 2012), lockten im Sommer die weltberühmten Skulpturen des US-amerikanischen Künstlers Jeff Koons inmitten der 5.000 Jahre umfassenden Bestände zahlreiche Besucher erstmals in das Liebieghaus (Jeff Koons. The Painter & The Sculptor, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle Frankfurt, 20. Juni bis 23. September 2012).

Neuerwerbung: Rousseau-Büste von Jean-Antoine Houdon
Anlässlich des 300. Geburtstags des großen Philosophen, Schriftstellers, Pädagogen und Naturforschers Jean-Jacques Rousseau (1712 –1778) verkündet die Liebieghaus Skulpturensammlung einen bedeutenden Ankauf: Das Museum hat mit finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Städelschen Museums-Vereins e. V. eine 1780 von Jean-Antoine Houdon (1741 Versailles –1828 Paris), einem der berühmtesten französischen Bildhauer der Aufklärung, geschaffene Porträtbüste Rousseaus erwerben können. Die Skulptur ist eines der wichtigsten Porträts von Rousseau und eine bedeutende Ergänzung für die Sammlung des Liebieghauses. Die Rousseau-Büste – entstanden in der Blütezeit von Houdons Schaffen – überzeugt vor allem durch ihre bemerkenswerte Wirklichkeitsnähe und Lebendigkeit.

2009

100 Jahre Liebieghaus – Neupräsentation der Antikensammlung und Eröffnung des Schaudepots

Mit einem großen Festwochenende feiert die Liebieghaus Skulpturensammlung ihr 100-jähriges Bestehen. Im Rahmen dessen werden die Neuaufstellung des Sammlungsbereichs Antike, in den auch Werke des Klassizismus integriert sind, sowie das neu geschaffene Schaudepot erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit der Neugestaltung der Antikensammlung präsentieren sich nun alle Sammlungssäle sowie die Studioli im Dachgeschoss und das Schaudepot im Erdgeschoss mit einem neuem Farb- und Lichtkonzept sowie einem einheitlichen Leitsystem. Die 2007 begonnene Neugestaltung des Liebieghauses, die von den Berliner Architekten Kuehn Malvezzi in Zusammenarbeit mit den Sammlungsleitern realisiert wurde, findet damit ihren Abschluss.

 

Neuerwerbung: Marsyas-Sarkophag "Alberici", ausgehendes 2. Jahrhundert nach Christus

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Liebieghaus Skulpturensammlung gelingt dem Städelschen Museums-Verein mithilfe der Kulturstiftung der Länder und der Stadt Frankfurt aus Mitteln der Stiftung Kober eine sensationelle Neuerwerbung: Der weltbekannte und bereits von Künstlern der Renaissance studierte und gezeichnete Marsyas-Sarkophag "Alberici". Er erzählt den gesamten Mythos der Göttin Athena, die die Doppelflöte erfindet und dadurch einen für den Satyr Marsyas tödlich ausgehenden Wettstreit mit Apoll auslöst. Der rund zwei Meter lange marmorne Marsyas-Sarkophag gehört zu den bekanntesten antiken römischen Sarkophagen. Er stammt aus der spätantoninischen Zeit des ausgehenden 2. Jahrhunderts n. Chr. und gilt als eines der besten Werke dieser künstlerisch besonders einfallsreichen und qualitätsvollen Entwicklungsphase der römischen Kunst.

2008

Liebieghaus nach Renovierung wiedereröffnet

Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wird am 12. März 2008 die Skulpturensammlung nach einer fast sechsmonatigen Schließung wieder eröffnet.

Die Neupräsentation umfasst eine räumliche und inhaltliche Neuaufstellung der gesamten Sammlungsbereiche, die Installierung eines modernen Lichtsystems sowie eine neue Farbgebung. Ein erweitertes Vermittlungskonzept beinhaltet unter anderem ein neues Beschriftungssystem für die einzelnen Exponate und Säle. Erstmalig ist das Dachgeschoss der Villa Liebieg, das in besonderer Weise den ursprünglichen Charakter des Hauses zeigt, für die Besucher zugänglich. Die Neupräsentation wird mit dem in Berlin ansässigen Architekturbüro Kuehn Malvezzi realisiert. Mehr…

2006

Max Hollein wird Direktor

Max Hollein wird Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Einen Schwerpunkt der Museumsarbeit bildet neben dem starken Augenmerk auf vielschichtige und zielgruppenspezifische Ausstellungs- und Vermittlungsprojekte der Ausbau der Sammlungen sowie die bauliche Erweiterung des Städel Museums. Parallel zum Städel und dem Liebieghaus leitet Max Hollein die Schirn Kunsthalle Frankfurt, deren Direktion er 2001 übernommen hat.

Abb.: Foto Max Hollein

2002

Erwerb einer Statue Alexanders des Großen

Mithilfe des Städelschen Museums-Vereins gelingt der für die Sammlung des Liebieghauses wichtige Erwerb einer Darstellung Alexanders des Großen als Pharao. Die Statue aus Rosengranit vereint ein griechisches, klassisches Gesicht mit dem Körper eines ägyptischen Pharaos und ist somit ein hervorragendes Beispiel griechischen Einflusses auf die ägyptische Kunst des 4. Jahrhunderts v. Chr. Mehr…

1990

Zweite Erweiterung

1990 kommt es unter Direktor Herbert Beck zu einer Erweiterung des Galerieflügels von 1909 durch das Architektenteam Scheffler/Warschauer. In diesem Trakt befindet sich seitdem die Antikensammlung des Liebieghauses

1983

Erwerb des Frankfurter Trinitätsreliefs von Hans Multscher

Durch die großzügige Unterstützung von Werner Wirthle und Hermann J. Abs kann das Relief der Heiligen Dreifaltigkeit 1983 für das Liebieghaus erworben werden. Hans Multscher ist einer der wichtigsten spätgotischen Bildhauer und hat mit dieser speziellen Darstellung der Dreifaltigkeit etwas Einzigartiges geschaffen. Mehr…

1981

Herbert Beck wird Direktor

Nach 12-jähriger Tätigkeit am Hause wird Herbert Beck 1981 Direktor des Liebieghauses. Ab 1994 ist er Direktor des Städelschen Kunstinstituts und des Liebieghauses. Herbert Beck leitet beide Institutionen bis zum Antritt seines Ruhestandes 2006.

Abb.: Foto Herbert Beck

1977

Restaurierung der Ariadne vollendet

Die kriegszerstörte „Ariadne auf dem Panther“ von Johann Heinrich von Dannecker kann nach aufwendiger Restaurierung wieder präsentiert werden.
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1958

Anton Legner wird Leiter

Anton Legner übernimmt unter Direktor Ernst Holzinger bis 1969 die Leitung des Liebieghauses.

1955

Wiedereröffnung nach dem Krieg

Die Beseitigungen der Kriegsschäden am Galerietrakt und die nur allmähliche Rückführung zahlreicher während des Krieges ausgelagerter Werke führen dazu, dass erst ab diesem Jahr wieder nach und nach einzelne Abteilungen des Liebieghauses geöffnet werden können.

1933-1938

Amtsenthebung Swarzenskis

Georg Swarzenski, seit 1928 auch Generaldirektor der Frankfurter Museen, wird 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Abstammung aus dem städtischen Dienst entlassen, bleibt jedoch bis zu seiner Pensionierung 1937 Leiter der privaten Stiftung Städelsches Kunstinstitut. 1938 emigriert Swarzenski in die Vereinigten Staaten von Amerika.
In diesem Jahr wird das Liebieghaus noch vor Kriegsbeginn geschlossen und die Sammlung sukzessive zur Sicherung ausgelagert. Ernst Holzinger (1901–1972) übernimmt in Personalunion die Direktion von Städel und Liebieghaus.

Abbildung: Max Beckmann, Bildnis Georg Swarzenski, 1950, Schwarze Kreide auf blauem Papier, Städelsches Kunstinstitut, Graphische Sammlung, Frankfurt am Main. (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2008

1928

Alfred Wolters wird Direktor

Georg Swarzenski wird Generaldirektor der Frankfurter Museen und Alfred Wolters (1884–1973) übernimmt bis 1949 die Direktion des Liebieghauses.

1919

Vereinigung der Ägyptiaca

Swarzenski erreicht, dass alle ägyptischen Bildwerke der Frankfurter Sammlungen im Liebieghaus zusammengeführt werden. Neben zahlreichen Bildwerken aus ägyptischen Pyramiden ist die Mumiendecke der Amunpriesterin Takait ein besonderes Zeugnis für den außergewöhnlichen Totenkult der Ägypter.
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1918

Eine ostasiatische Sammlung für das Liebieghaus

Seit diesem Jahr gibt es auch eine Sammlung ostasiatischer Skulpturen im Liebieghaus. Es finden sich darin hauptsächlich Werke aus China. Die kleine, qualitativ hochwertige Sammlung gibt einen guten Einblick in die Skulptur Ostasiens, vor allem in die buddhistische Kultplastik.
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1913

Erwerb des Rimini-Altars

1913 wird der nach seinem Aufstellungsort benannte Rimini-Altar erworben. Er besteht aus insgesamt neunzehn Alabasterplastiken aus der Zeit um 1430, die eine Kreuzigung sowie die Reihe der zwölf Apostel darstellen. Der Rimini-Altar stellt eines der umfangreichsten und am besten erhaltenen spätmittelalterlichen Figurenensembles dar.
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1909

Eröffnung der Städtischen Skulpturensammlung im Liebieghaus

Am 14. Oktober 1909 wird die Städtische Skulpturensammlung im Liebieghaus mit einem Festakt eröffnet. Die Sammlung umfasst zu diesem Zeitpunkt etwa 350 Werke.
In diesem Jahr erhält die Villa Liebieg einen Galerieanbau, in dem auch die großformatigen Skulpturen aufgestellt werden können. Dieser Galerieflügel wird von Bauinspektor Paul Kanold in italienischen Stilformen des 16. Jahrhunderts entworfen. Der orangerieartige Anbau soll die Villa zur Steinlestraße hin abgrenzen.
Swarzenski kann zur Eröffnung durch die tatkräftige Unterstützung der Frankfurter Bürgerschaft die berühmte antike Statue der Athena des Myron (Mehr…) und einen Altar des Renaissancebildhauers Andrea della Robbia (Mehr…) erwerben.

1908

Vermächtnis von Heinrich Baron von Liebieg

Testamentarisch vermacht der Baron von Liebieg der Stadt Frankfurt am Main seine Stadtvilla zu einem Vorzugspreis unter der Bedingung, darin „für ewige Zeiten“ ein Museum einzurichten. Im Herbst des Jahres 1908 erwirbt die Stadt die Villa, in der die Skulpturensammlung der Städtischen Galerie untergebracht werden soll. Es gibt erste Überlegungen zum Bau eines der Villa angefügten Galerietrakts.

1907

Gründung der Städtischen Galerie

Im Jahr 1907 wird die Städtische Galerie im Städel gegründet und Städeldirektor Georg Swarzenski als deren Gründungsleiter berufen. Das Konzept der Städtischen Galerie und ihrer Aufteilung in die vier Abteilungen Gegenwartskunst, Frankfurter Kunst, Skulpturensammlung und Abgusssammlung geht im Wesentlichen auf ihn zurück. In den folgenden drei Jahrzehnten wird Swarzenski zum Teil spektakuläre Ankäufe für die Skulpturensammlung tätigen.

1906

Georg Swarzenski

Georg Swarzenski (1876–1957) beginnt im Januar 1906 seine Tätigkeit als Direktor am Städelschen Kunstinstitut. Er gehört zu den Persönlichkeiten, die das Museumsleben in Frankfurt überhaupt und das Liebieghaus im Besonderen geprägt haben.

Abbildung: Max Beckmann, Porträt Georg Swarzenski, Lithographie, 1921. Städelsches Kunstinstitut, Graphische Sammlung, Frankfurt am Main. (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2008

1892-1896

Die Villa Liebieg

Leonhard Romeis (1854–1904), ein renommierter Architekt des späten 19. Jahrhunderts, errichtet zwischen 1892 und 1896 für den Textilfabrikanten Heinrich Baron von Liebieg (1839–1904) einen der schönsten und prachtvollsten Privatbauten der Gründerzeit. Geprägt durch zahlreiche Studienreisen, aber auch durch die Bauten seiner fränkischen Heimat, vereint Romeis in dem Gebäude viele Elemente verschiedener europäischer Baustile, so der Südtiroler, aber auch der Bamberger Renaissance. Besonders im Inneren der Villa, deren Räumlichkeiten mit Stuck- und Holzdecken, Vertäfelungen, maßgearbeiteten Möbeln und Kunstwerken geschmückt sind, treffen unterschiedliche Stilrichtungen aufeinander. Analog zur Architektur finden sich im Garten Gehölze, die in verschiedenen Regionen der Welt beheimatet sind. Platanen, Blauglockenbäume, der Trompetenbaum, die Schwarznuss, rot und weiß blühende Kastanien, Magnolien oder auch der Schnurrbaum erzeugen noch heute eine romantische Stimmung. Dagegen sind mit einer Ausnahme alle Parkskulpturen aus Liebiegs Besitz ebenso verschwunden wie die „Wandelhalle“ an der Grundstücksgrenze zur Rubensstraße.

 

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2012

Historischer Besucherrekord

Im 104. Jahr ihrer Geschichte kann die Liebieghaus Skulpturensammlung mit 153.737 Besuchern ihr bestes Besucherergebnis bis dato verzeichnen. Damit setzt das Liebieghaus seine in den letzten Jahren stetig wachsende Besucherresonanz fort. Dazu beigetragen haben 2012 vor allem zwei stark beachtete Sonderausstellungen, die unterschiedlicher kaum sein konnten: Während die erste monografische Ausstellung zu Niclaus Gerhaert, einem der wichtigsten und einflussreichsten Künstler der Spätgotik, zu Beginn des Jahres viele interessierte Besucher überzeugte (Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters, 27. Oktober 2011 bis 04. März 2012), lockten im Sommer die weltberühmten Skulpturen des US-amerikanischen Künstlers Jeff Koons inmitten der 5.000 Jahre umfassenden Bestände zahlreiche Besucher erstmals in das Liebieghaus (Jeff Koons. The Painter & The Sculptor, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle Frankfurt, 20. Juni bis 23. September 2012).

Neuerwerbung: Rousseau-Büste von Jean-Antoine Houdon
Anlässlich des 300. Geburtstags des großen Philosophen, Schriftstellers, Pädagogen und Naturforschers Jean-Jacques Rousseau (1712 –1778) verkündet die Liebieghaus Skulpturensammlung einen bedeutenden Ankauf: Das Museum hat mit finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Städelschen Museums-Vereins e. V. eine 1780 von Jean-Antoine Houdon (1741 Versailles –1828 Paris), einem der berühmtesten französischen Bildhauer der Aufklärung, geschaffene Porträtbüste Rousseaus erwerben können. Die Skulptur ist eines der wichtigsten Porträts von Rousseau und eine bedeutende Ergänzung für die Sammlung des Liebieghauses. Die Rousseau-Büste – entstanden in der Blütezeit von Houdons Schaffen – überzeugt vor allem durch ihre bemerkenswerte Wirklichkeitsnähe und Lebendigkeit.

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