Porträt des römischen Kaisers Augustus

Italien (?)
nach 27 v. Chr.

Marmor
Höhe 41 cm

Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.

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Augustus wurde als Gaius Octavius 60 v. Chr. geboren. Sein Werdegang ist geprägt von der Politik Caesars, dem Erfinder der Diktatur. Denn mit großem politischem Geschick war es ihm gelungen, die Macht der alten (republikanischen) Strukturen zu brechen und die Staatsgeschäfte auf seine Person zu konzentrieren.

In Rom, einer rückständigen Großstadt, die unter einer ruinösen Infrastruktur zu leiden hatte, entwickelte Augustus einen neuen, würdevollen, von Milde (clementia) geprägten Herrschaftsstil, indem er sich bewusst auf die griechische Kultur bezog. Augustus, der „Erhabene“, trug östlichen Glanz in die ehedem republikanische Hauptstadt. Sueton, der Kaiserbiograf, berichtet von 70 Marmorneubauten, die von ihm in Auftrag gegeben wurden. In der Regierungszeit des Augustus kündete Jesus von Nazareth in der römischen Provinz die neue Lehre der Christen. Die Parallelen der politischen Propaganda in der Hauptstadt und in den Worten Jesus Christus sind kein Zufall. Das Konzept der Nächstenliebe und der Milde sind von Augustus als Teil seiner politischen und kulturellen Propaganda geprägt worden.

Das Frankfurter Porträt besitzt eine besonders schöne Oberfläche. Die beschädigte Nasenspitze trübt den vorzüglichen Gesamteindruck nicht. Die sinnliche Formulierung der Mimik bezeugt die Abhängigkeit von spätgriechischen Werkstätten. Die Gesichtsformen sind idealisiert und alterslos. Die Wiedererkennbarkeit gewährleisten individualisierte Gesichtszüge, wie der sinnliche, aber beherrschte Mund und die Wiedergabe der Stirnlocken. Von den Archäologen Zange und Gabel genannt, sind diese eigenwilligen Haarmotive dem Bild des Kaisers vorbehalten und schließen eine Verwechslung aus.

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