Eindeutig bis zweifelhaft

4.5.–27.8.2017

Skulpturen und ihre
Geschichten

Erworben 1933–1945

Über die Ausstellung

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Die Liebieghaus Skulpturensammlung blickt auf ein bislang kaum beachtetes Kapitel ihrer Sammlungs- und Museumsgeschichte zurück: die Zeit des Nationalsozialismus und die während dieser Jahre getätigten Erwerbungen. Die Ausstellung gewährt anhand von zwölf ausgewählten Objekten Einblicke in die Historie des Museums in den Jahren 1933 bis 1945 und erzählt von den Menschen, die mit diesen Kunstwerken aufs Engste verbunden waren und sind. Als eines der ersten Museen Deutschlands untersucht das Städel Museum bereits seit dem Jahr 2001 seine Sammlungen auf verfolgungsbedingt entzogene Kunstwerke.

2015 wurde die Provenienzforschung um ein umfassendes Projekt zur systematischen Untersuchung der Bestände der Liebieghaus Skulpturensammlung erweitert, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und der Stadt Frankfurt am Main unterstützt wird. In der Sonderausstellung werden nun die aktuellen Forschungsergebnisse dieser Initiative vorgestellt und mittels eines Parcours durch die drei Hauptabteilungen der Skulpturensammlung – Antike, Mittelalter und Renaissance bis Klassizismus – präsentiert.

Die Ausstellung erzählt die bewegten Geschichten von Sammlern wie Harry Fuld, Maximilian von Goldschmidt-Rothschild oder Carl von Weinberg, die dem Liebieghaus über Jahrzehnte hinweg eng verbunden waren, sowie von heute fast vergessenen Sammlerpersönlichkeiten wie dem Ehepaar Oswald und Alice Feis. Auch das mitunter widersprüchliche Handeln der Museumsmitarbeiter während der Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere des Direktors Alfred Wolters, ist Teil der Präsentation.

Als Einführung dient ein konzentrierter Überblick über die Geschichte des Liebieghauses unter besonderer Berücksichtigung der Zeit von 1933 bis 1945. Thematisiert werden rechtmäßige und unrechtmäßige Erwerbungen im In- und Ausland, aber auch Personalpolitik, kriegsbedingte Museumsschließung, Auslagerung und Kriegsverluste sowie Restitutionsvereinbarungen der Nachkriegszeit. Die zwölf ausgewählten Objektbeispiele stehen stellvertretend für bestimmte Erwerbungsarten und damit verbundene Handlungsweisen. Dabei werden der Öffentlichkeit auch jüngste, noch unveröffentlichte Erkenntnisse vorgestellt.

Forschungs- und Ausstellungsprojekt gefördert durch Deutsches Zentrum Kulturgutverluste und Stadt Frankfurt am Main
Social Media Die Liebieghaus Skulpturensammlung kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Provenienz und #Liebieghaus.

„Ein erhellender Einblick in die Provenienzforschung“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Michael Hierholzer, 4. Mai 2017

Provenienzforschung am Liebieghaus

Die Provenienzforschung an Museen beschäftigt sich mit der Identifizierung von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Objekten. Damit folgt sie der moralischen Verantwortung, die Bestände öffentlicher Institutionen auf NS-Raubgut zu untersuchen, die sich aus den 1998 verabschiedeten Washingtoner Prinzipien ableitet.

Seit Mai 2015 untersucht die Liebieghaus Skulpturensammlung systematisch die Herkunft aller nach 1933 erworbenen Objekte aus ihrem Bestand. Geprüft wird, ob sich darunter Stücke befinden, die verfolgungsbedingt aus jüdischem Besitz in die Sammlung kamen. Das Liebieghaus erwarb in den Jahren 1933 bis 1945 insgesamt 471 Objekte, von denen sich heute noch 152 im Bestand des Museums befinden.

„Zweifellos ein Beitrag zum kulturellen Gedächtnis“

Frankfurter Rundschau, Christian Thomas, 4. Mai 2017

Mit dem Digitorial vorbereitet in die Ausstellung

Informieren Sie sich schon vor Ihrem Besuch und genießen Sie die Ausstellung umso mehr! Das multimediale Digitorial bietet kostenfrei einen facettenreichen Einblick in die Themen der Ausstellung – mit informativen Texten, Tonaufnahmen und vielen Bildern.

Zum Digitorial

Ermöglicht durch die Aventis Foundation

Galerie

Broschüre

Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre mit Beiträgen von Anna Heckötter, Eva Mongi-Vollmer und Iris Schmeisser. Deutsche Ausgabe, 56 Seiten, 9,90 Euro. Erhältlich in unserem Online-Shop.

Aus dem Programm

  • Podiumsdiskussion zu Alfred Wolters

    Alfred Wolters

    Direktor des Liebieghauses 1928–1949

    Podiumsdiskussion anlässlich der Ausstellung „Eindeutig bis zweifelhaft. Skulpturen und ihre Geschichten“.

    Kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

  • Kunstkolleg: Basiswissen Kunst

    Herkunftsgeschichten II

    Frankfurt und das Liebieghaus

    U.a. in der Ausstellung „Eindeutig bis zweifelhaft. Skulpturen und ihre Geschichten (Erworben 1933–1945)“

    Keine Anmeldung erforderlich

  • Überblicksführungen in der Ausstellung

    Eindeutig bis zweifelhaft. Skulpturen und ihre Geschichten

    Die wichtigsten Werke auf einen Blick

    Keine Anmeldung erforderlich

  • Überblicksführungen in der Ausstellung

    Eindeutig bis zweifelhaft. Skulpturen und ihre Geschichten

    Die wichtigsten Werke auf einen Blick

    Keine Anmeldung erforderlich

  • Aus erster Hand

    Von der Geschichte zur Erinnerung

    Mit Dr. Iris Schmeisser

    Provenienzforscherin Dr. Iris Schmeisser führt Sie zu ausgewählten Stationen der Ausstellung „Eindeutig bis zweifelhaft“ und referiert darüber, wie und wann die Skulpturen in die Liebieghaus Skulpturensammlung kamen und wem sie einmal gehörten.

    Anmeldung erforderlich

    Überblicksführungen

    Unsere Kunstvermittler geben Ihnen bei einer einstündigen Führung einen Überblick über die wichtigsten Werke der Ausstellung.

    Termine So, 16.00 Uhr
    Zusatztermine Do, 25.5., Mo, 5.6., und Do, 15.6., 16.00 Uhr

    Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Mehr zu den Überblicksführungen

    Podiumsdiskussion „Alfred Wolters. Direktor des Liebieghauses 1928–1949“

    Bei einer Podiumsdiskussion zur Ausstellung steht Alfred Wolters im Fokus, der das Liebieghaus von 1928 bis 1949 leitete. Verschiedene Aspekte seines ambivalenten Handelns werden bei Impulsvorträgen und Lesungen beleuchtet und diskutiert.

    Termin Do, 29. Juni 2017, 19 Uhr

    Mehr erfahren