Bildnis des Comte Théophile Malo de la Tour d’Auvergne
Jean-Baptiste Lemoyne II.

Paris
1765

Marmor
Höhe 71 cm

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Bezeichnet in der rückwärtigen Höhlung: J. B. Lemoyne sculpsit Die Büste zeigt möglicherweise Théophile Malo de la Tour d’Auvergne (1743–1800), der von Napoleon im April 1800 zum „Premier Grenadier de la République“, das heißt zum obersten Infanteristen der französischen Armee, ernannt wurde. Sein aristokratisches Selbstbewusstsein drückt sich in der Prunkrüstung, in der mit einer Schleife gebundenen Zopfperücke und in der Seitwärtswendung des Kopfes aus. Gegenüber grafisch formulierten Details, beispielsweise der Rüstung, fällt die weiche Behandlung der Haut auf: Grübchen, Falten und Fettpölsterchen sowie die mit Pupillen versehenen Augen beleben das Gesicht. Weltmännische Eleganz, eine sensible Oberflächenmodellierung, das individuell gestaltete Antlitz und zurückhaltende Vornehmheit statt barockem Überschwang prägen die Büste des Grafen.

Jean-Baptiste II. Lemoyne wurde zunächst von seinem Vater Jean-Louis Lemoyne (1665–1755) in Paris ausgebildet, später von Robert Le Lorrain (1666–1743). Ein Rom-Stipendium konnte er aus familiären Gründen nicht antreten. Er wurde Direktor der Académie Royale und einer der einflussreichsten Bildhauer unter König Ludwig XV. Er war Porträtist des Königshauses und der Mitglieder des Hofs. In seinen Bildnissen verbindet er majestätische Bewegung mit einer suggestiven Wiedergabe der weichen Körperoberfläche. Im Porträt, das eine der wichtigsten Gattungen der französischen Bildhauerei des 18. Jahrhunderts darstellt, schuf er seine wegweisenden Werke. Zu seinen Schülern zählen Künstler, denen die Kunst der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gleichfalls entscheidende Impulse verdankt: Augustin Pajou, Etienne Maurice Falconet, Jean-Baptiste Pigalle, Jean-Jacques Caffieri und Jean-Antoine Houdon.

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